März 2017 – Mündliches Abitur

Auch Schüler verdienen faire Prüfungsbedingungen – LEV Gymnasien kritisiert Verzögerungspraxis des Bildungsministeriums

„Im Saarland läuft etwas schief! Und das schon so lange, dass es allgemein als normal angesehen wird“ meinen Nicola-Anna Rödder und Bernd Dehner, Vorsitzende der Landeselternvertretung der Gymnasien. Beim mündlichen Abitur im Saarland treten die Schüler am Morgen des ersten Prüfungstages in der Schule an. Hier erfahren sie per Aushang die Uhrzeit ihrer Prüfungen, die sich über den späten Nachmittag bis in den Folgetag erstrecken können. Lange Wartezeiten sind somit eher die Regel als die Ausnahme und verstärken bei manchen Schülern Stress und Angst. Dies verzerrt wiederum die Ergebnisse der Prüfungen.

Seit Jahren fordert die Landeselternvertretung der Gymnasien, die genauen Uhrzeiten der Prüfungen mehrere Tage im Voraus verbindlich bekanntzugeben. So empfehlen es Fachleute, so ist es auch in anderen Bundesländern und außerhalb des Schulsystems üblich. Die Elternvertreter stellen die Frage, warum Schülern diese Standards verweigert werden. Rödder und Dehner verlangen vom Bildungsministerium eine zügige Änderung der saarländischen Prüfungsbedingungen. Selten lasse sich eine Ungerechtigkeit so leicht aus der Welt schaffen wie diese.

(veröffentlicht in veränderter Version in der Saarbrücker Zeitung vom 07.04.2017)