März 2017 – G8/G9

 LEV Gymnasien kritisiert Stein-Bastuck

Die Landeselternvertretung der Gymnasien im Saarland fordert Besonnenheit bei der öffentlichen Diskussion zur G8/G9 Frage. Der frühere Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektoren Stein-Bastuck benenne ganz richtig, dass Eltern bei der Wahl der Schulform für ihre Kinder Fehler machen – wie übrigens auch Lehrer bei ihren Übertrittsempfehlungen, stellen Rödder und Dehner fest. Mit den Umfrageergebnissen zur G8/G9-Frage habe diese Aussage so gut wie nichts zu tun. Aus vielen Gesprächen und eigenen Erhebungen wissen die Elternvertreter, dass der Wunsch nach kürzeren Schultagen regelmäßig auch von Eltern normal und gut begabter Schüler geäußert wird. Nach Eindruck der Elternvertreter wird das Gymnasium gewählt, wenn Eltern die versprochene vertiefte Allgemeinbildung für ihr Kind wünschen. Das G8 werde bei der Entscheidung von manchen Eltern begrüßt, von anderen lediglich in Kauf genommen.

Angesichts der großen anstehenden Aufgaben für das Bildungssystem – Inklusion und Erweiterung der Allgemeinbildung um die Grundlagen neuer Medien – fordert die LEV Gymnasien alle Entscheidungsträger zu mehr Realitätsnähe auf. Mythen, Klischees, Statussymbole und Ideologien belasten eine sachorientierte Auseinandersetzung, die dringend nötig ist, um für die nächsten Generationen an Schülern faire und hochwertige Bildungschancen zu eröffnen.

(als Antwort auf einen Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 23.3.2017: „Brauchen wir G8 und G9 am Gymnasium?“)