April 2017 – G8/G9

Was Gymnasialeltern wirklich wollen

„Was Gymnasialeltern wirklich wollen“, erklären Nicola-Anna Rödder und Bernd Dehner von der Landeselternvertretung der Gymnasien, „ist dasselbe, was alle Eltern wollen – eine intellektuell, emotional und sozial fördernde und fordernde Schule. Und sie sind überzeugt, dass Lerninhalte und -ziele des Gymnasiums ihren Kindern guttun.“ Von dieser gemeinsamen Basis ausgehend bilden sich Wünsche an das Schulsystem heraus, die ebenso verschieden sind wie die betroffenen Eltern und Schüler. Dazu gehören auch die sich widersprechenden Wünsche nach dem Erhalt von G8 und nach der Rückkehr zu G9, wie Dehner und Rödder aus vielen Kontakten mit Eltern erfahren konnten.

Nach Meinung der Elternvertreter muss ein Kompromiss gefunden werden. Parallel betriebene G8- und G9-Schulen oder sogar G8- und G9-Schulzweige halten sie für die schlechteste Lösung. „Dies würde nicht nur die ohnehin schon reformgestressten Gymnasien in neues Chaos stürzen“, sagen die Vorsitzenden der LEV Gymnasien. „Auch die regelmäßige Schul- und Lehrplanentwicklung müsste mit doppeltem Aufwand betrieben werden – auf dem Rücken der Lehrkräfte. Und Schulwechsel wären dann sogar innerhalb des Saarlandes höchst problematisch.“ Ein einheitliches System läge außerdem ganz im Sinne des Inklusionsgedankens. Nun sei abzuschätzen, welches gymnasiale System den größeren Aufwand bedeute: Ein G8-Gymnasium mit besonderer Förderung für Schüler, die eigentlich G9 wählen würden. Oder ein G9-Gymnasium mit besonderer Förderung für Schüler, die eigentlich G8 wählen würden.