April 2018 – Landeselternvertretungen teilweise zufrieden mit neuer GOS

Landeselternvertretungen teilweise zufrieden mit neuer GOS

Die Landeselternvertretungen der Gemeinschaftsschulen, der beruflichen Schulen und der Gymnasien zeigen sich grundsätzlich zufrieden mit der aktuellen Reform der gymnasialen Oberstufe. Die Vorsitzenden Judith Franz-Lehmann, Silka Hoffmann und Bernd Dehner sind erfreut, dass die Elternvertreter im Rahmen des Anhörungsverfahrens einen spürbaren Einfluss auf die laufende Reform nehmen konnten, und werten dies als deutlichen Beleg konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Elternvertretung und Bildungsministerium. Dabei hatten die Landeselternvertretungen über den Entwurf des Ministeriums hinaus eigene Vorschläge für eine Modernisierung der GOS eingebracht, die im Rahmen der Reform aufgenommen wurden. Für fairere Bedingungen sorgen beispielsweise die Veröffentlichung eines Klausurplans zu Beginn jeden Halbjahres und verlässliche Zeitpläne für die mündlichen Abiturprüfungen mindestens einen Tag vor Beginn.

Zufrieden sind die Elternvertreter mit der neuen Regelung, für zweistündige Prüfungsfächer sowohl mündliche als auch schriftliche Abiturprüfungen zuzulassen.

Als inakzeptabel bezeichnen die Vorsitzenden der Landeselternvertretungen nach wie vor die Einführung der Abweichprüfung bei Unterschieden zwischen Vornote und schriftlicher Abiturnote. Weder sei die Abweichung einer Tagesform-Note von einer statistisch berechneten Vornote eine relevante Beanstandung noch sei die mündliche Nachprüfung als subjektivste Prüfungsform geeignet, hier Abhilfe zu schaffen. Mit Unverständnis reagieren die betroffenen Landeselternvertretungen außerdem auf die Abschaffung des verpflichtenden Seminarfaches. Gerade in Zeiten zunehmender Komplexität bei der Berufswahl und steigender Zahlen von Studienanfängern könne man nicht auf eine zuverlässige und kontinuierliche Vorbereitung im Rahmen der schulischen Bildung verzichten. Die Elternvertreter bedauern, dass trotz einer deutlichen Erhöhung der Fächerzahl pro Halbjahr keine Reduktion der fachweisen Prüfungsverpflichtungen vorgenommen wurde. Deswegen befürchten die LEVs systematische Nachteile für die neue Oberstufengeneration.

(veröffentlicht in der Saarbrücker Zeitung vom 3. Mai 2018)